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Eine wissenschaftliche Publikation ist eine schriftliche wissenschaftliche Arbeit von einem oder mehreren Autoren, deren Veröffentlichung (Publikation) bei einem Wissenschaftsverlag vorgesehen oder bereits erfolgt ist. Häufig wird in einem Beitragsersuch (call for papers) zum Verfassen wissenschaftlicher Publikationen aufgefordert.
Wissenschaftliche Publikationen unterliegen einem sogenannten peer review, in welchem andere Wissenschafter die Korrektheit der zu publizierenden Arbeit prüfen; und die Zeitspanne zwischen Einreichung und der effektiven Publikation kann unter Umständen mehr als ein Jahr betragen - die Zeit ist auch eine Art "Schonfrist", damit jene Leute, die "ihr" Thema bearbeiten, ohne Konkurrenzdruck weiterführende Fragestellungen untersuchen können.
Formen
Unter dem Begriff wissenschaftliche Publikation fallen alle veröffentlichten Buchhandelsmedien. Ebenfalls anerkannte Publikationen sind Patente und Gebrauchsmuster. Auch die sogenannte graue Literatur wird hinzugezogen. Damit sind z.B. Hochschulschriften, Working Papers von Forschungsinstituten sowie Unternehmensschriften gemeint. Internet-Dokumente, die analog in die oben genannten Bereiche gehören sind ebenfalls gängige Arten von wissenschaftlichen Publikationen. Keine zulässigen Mittel um eine wissenschaftliche Arbeit zu publizieren, ist die Publikation von Dokumenten, die nicht der Öffentlichkeit zugängig sind, auch wenn sie in Bibliotheken hinterlegt wurden. Gutachten, Artefakte, Geschmacksmuster, Warenzeichen oder interne Berichte finden ebenfalls keine Beachtung als Publikationsträger. Dasselbe gilt für Internet-Dokumente, die z.B. ohne Verlag auskommen wie etwa eine private Homepage.
Die Veröffentlichung wissenschaftlicher Ergebnisse oder Lehrmeinungen kann auf mehrere Arten erfolgen. Man unterscheidet zwischen selbständigen Publikationen (Monografie) und unselbstständigen Publikationen (Aufsatz, Artikel, Bericht usw.)
- Monografie: eine meist umfangreiche Publikation, in der ein Problembereich systematisch und vollständig behandelt wird; siehe auch Lehrbuch, Handbuch.
- Artikel in Fachzeitschriften: Diese Beiträge sind weniger umfangreich und präsentieren i. d. R. neue Resultate für ein Fachpublikum. Sie müssen formalen und inhaltlichen Kriterien genügen, um im Peer-Review-Prozess zur Veröffentlichung akzeptiert zu werden. Dabei werden die Arbeiten von Fachgutachtern auf die wissenschaftliche Güte überprüft. Der Peer-Review-Prozess kann sich bei Publikationen in Zeitschriften über mehrere Monate ziehen (zum Teil auch länger, etwa in der Volkswirtschaftslehre oder Astronomie, wo es sogar mehrere Jahre dauern kann), sorgt aber meist für eine hohe Qualität.
- Artikel in Proceedings (Tagungsbänden): Diese Publikationen haben einen ähnlichen Umfang wie Artikel in Zeitschriften, allerdings ist die Qualitätskontrolle weniger umfassend, weil der Band zu einem bestimmten Datum fertig sein muss. Häufig werden Mängel an akzeptierten Artikeln nur von den Autoren verbessert, ohne dass die Überarbeitung den Review-Prozess erneut durchläuft.
- Aufsatz in Sammelbänden: Vom Umfang her sind sie vergleichbar mit Artikeln in Fachzeitschriften. Sie haben jedoch meist einen engen thematischen Bezug zu den anderen Aufsätzen des jeweiligen Sammelbandes.
- Beiträge zu Festschriften, die bekannten Wissenschaftern oder Instituten zu einem Jubiläum gewidmet werden: Die Kriterien sind ähnlich wie bei einem Tagungsband, doch weisen die Themen der Autoren meist eine größere fachliche Vielfalt auf.
Monografien und Sammelbände können in Buchreihen erscheinen, womit sie einem meist klar umrissenen Themenfeld zugeordnet werden.
Die verschiedenen Fachgebiete legen unterschiedliches Gewicht auf einzelne Veröffentlichungsarten: So werden etwa in Physik, Biologie und Volkswirtschaftslehre hauptsächlich Veröffentlichungen in Fachzeitschriften wahrgenommen, Artikel in Konferenzbänden jedoch weniger; in der Informatik dagegen wird stärker auf Konferenzen publiziert; in den Geisteswissenschaften treten die Publikationsformen Fachzeitschrift-Artikel, Sammelband-Aufsatz und Monographie nebeneinander auf.
Allgemein ist die Gewichtung und Anerkennung von elektronischen Internet-Publikationen, besonders von solchen, die nur im Internet veröffentlicht werden, noch im Fluss (Stand 2006). Auch hier unterscheiden sich die Wissenschaftsdisziplinen. Im Selbstverlag publizierte wissenschaftliche Werke, ob im Internet oder zum Beispiel auch als Book on Demand, genießen allgemein wenig bis keine Anerkennung, zumindest wenn bei dem Werk kein Peer-Review stattgefunden hat oder der Autor wenig bekannt ist. Vielfach werden überhaupt nur solche Arbeiten als publiziert gewertet, die sich einer ISBN zuordnen lassen |