27. January 2012

RSS

Finanzen

Private Finanzplanung (Persönliche Finanzen) ist wie die Finanzplanung selbst eine Vorgehensweise, die vorhandenen Finanzmittel bei ununterbrochener Aufrechterhaltung der eigenen Liquidität gewinnbringend einzusetzen.

Im Gegensatz zur Finanzplanung im Unternehmen, wo der Begriff gewinnbringend direkt zu rentabel überführt werden kann, stehen bei der privaten Finanzplanung vor allem der psychologische Gewinn durch erhöhten Konsum sowie die Absicherung von Lebensrisiken im Mittelpunkt. Ein weiterer Punkt kann überhaupt erst die Feststellung der eigenen finanziellen Leistungsfähigkeit sein, da diese von Privatpersonen häufig überschätzt wird und dann leicht eine Überschuldung eintreten kann.

Weiterhin ist in Unternehmen eine eigene Abteilung oder direkt die Unternehmensführung mit der Finanzplanung beschäftigt, während im privaten Bereich eine ungenaue Planung meist nur im Geiste der betroffenen Person besteht.

In der Ad-hoc-Form der Finanzplanung dominieren anlassbezogene Entscheidungen über Darlehensaufnahmen, Versicherungsabschlüsse und Investitionen. Als Kapitalanleger ist sich der einzelnen in diesem Zustand über den eingeschlagenen Weg bei Vermögensaufbau und Vermögenssicherung überhaupt nicht im Klaren. Kapitalanlage ist Gelegenheitssache.

Die isoliert getroffenen Empfehlungen einer Vielzahl unterschiedlicher Berater in den einzelnen Finanzbereichen unterliegen keiner wirksamen Koordination, so dass kein in sich stimmiges Gesamtkonzept der Anlage-, Finanzierungs- und Vorsorgestrategie entstehen kann. Die Folge ist in den meisten Fällen eine zufallsbedingt entstandene Vermögensstruktur, über die der Einzelne selbst häufig nur rudimentäre Informationen besitzt und die nicht selten im Widerspruch zu seinen ursprünglichen Anlagezielen und seiner Risikobereitschaft bzw. -fähigkeit stehen.

Wie mann vogeht:

Zunächst werden die für die Finanzplanung relevanten Daten erhoben. Hierbei werden mittels eines formalisierten Fragebogens und in Gesprächen möglichst alle Aspekte der individuellen finanziellen und privaten Situation abgefragt. Danach erfolgt die Auswertung der gesammelten Daten mittels einer speziellen Finanzplanungssoftware.

Das Ergebnis der Datenanalyse ist ein Gutachten über die finanzielle Situation des Einzelnen. Dieses Gutachten stellt bereits einen Finanzplan dar, der aber naturgemäß nur eine unvollkommene Vorausschau der finanziellen Situation des Mandanten aufzeigen kann, da lediglich aktuell laufende Anlagen und Finanzierungen berücksichtigt sind. Vielfach erhält aber der Mandant damit zum ersten Mal einen umfassenden Einblick in seine Finanzsituation und einen Ausblick auf die in den nächsten Jahren eintretende Entwicklung seiner Finanzen, so dass dieser vorläufige Plan bereits einen Wert besitzt.

In einem Strategiegespräch werden auf Basis dieses aktuell gültigen Finanzplans Handlungsempfehlungen gegeben und erörtert.

In der engen Betrachtung ist die Finanzplanung mit dem Strategiegespräch, resp. mit der Übergabe des Planungsberichtes abgeschlossen. Der Auftrag „Erstellen Sie mir einen Finanzplan!“ ist dann abgeschlossen. Die Umsetzung der Empfehlungen sind neue Aufträge und gehören daher in dieser engen Betrachtung nicht zur Finanzplanung.