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Reise - Touristk |
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| aufgenommen am: January 07, 2009 06:58:59 PM | |
| Autor: Admin | |
| Kategorie: Reisen Touristik | |
Waren es anfangs praktische Gründe wie Nahrungsplätze, Wasser oder Naturkatastrophen, die Menschen zu Reisenden werden ließen, so änderten sich die Gründe nach dem Sesshaftwerden des Menschen. Schon im alten Ägypten gab es Wallfahrten zu den Tempeln der Gottheiten. Reiche Römer besaßen Güter in den Provinzen, die sie von Zeit zu Zeit besuchten. Nach der Völkerwanderung erholten sich die Länder nur langsam von ihren wirtschaftlichen und politischen Niedergängen. Doch schon früh entwickelte sich zunächst aus kirchlichen Motiven ein reger Wallfahrts-Fremdenverkehr (Tourismus war das damals noch nicht!). Entlang dieser Pilgerwege entstanden aber auch Handelszentren, die wiederum Handelsreisenden hervorbrachten. Auch Seewege entwickelten sich zu Reisewegen, hier sei die Seerepublik Venedig erwähnt. Die Serenissima hatte regelmäßige Schiffsverbindung mit Konstantinopel, Marco Polo reiste am Landweg nach China. Christliche Pilger waren bis vor wenigen Jahrhunderten auf Kost und Logis in kirchlichen Herbergen angewiesen, da sie meist über kein Vermögen verfügten. Richtig Reisen war lange Zeit nur einem kleinen Teil der Bevölkerung vorbehalten, der auch über die entsprechenden finanziellen Mittel verfügte. Insbesondere Reisen zu Bildungszwecken waren weitgehend ein Privileg des Adels, der seine Söhne auf sog. Kavaliersreisen schickte, sowie später auch des gehobenen Bürgertums. Erholungsreisen kannte man nicht. Diese kamen erst im 19. Jahrhundert auf. Dabei ist die Industrielle Revolution als der entscheidende Wendepunkt anzusehen. Während die Reisen vor der Industriellen Revolution immer einen bestimmten Zweck erfüllen sollten, war jetzt das Reisen selbst der Zweck. Thomas Cook gilt als der Erfinder der Pauschalreise. Auch in anderen Kontinenten bewirk(t)en Pilger oft beträchtliche Reiseströme, so z. B. die Hadsch genannten Pilgerreisen frommer Muslims nach Mekka oder die Treffen von Hindus zum rituellen Bad im Ganges. Die Geschichte des Tourismus ist mit der Geschichte des Reisens größtenteils identisch. Allerdings gab es durchaus regionale Unterschiede in der Entwicklung. Der Alpinismus, der Ende des 18. Jahrhunderts auf dem europäischen Kontinent stärker einsetzte, brachte bescheidenen Fremdenverkehr zunächst in der Schweiz, im 19. Jahrhundert auch in Österreich (am 28. Juli 1800: Erstbesteigung des Großglockners, dann 1856: Besuch von Kaiser Franz Joseph I. mit seiner Gattin Elisabeth der Franz-Josefs-Höhe), um die Wende zum 20. Jahrhundert in Küstenorten wie Nizza, Grado und Abbazia. Das Recht auf Urlaub (Urlaubsanspruch) ist etwa seit 1880 bekannt. Nach § 24 der Menschenrechtskonvention gibt es das Recht auf Erholung. Sogar die UdSSR hatte in einer ihrer letzten Verfassungen im Artikel 41 die Förderung des Tourismus ausdrücklich erwähnt. Im deutschsprachigen Raum war im 20. Jahrhundert das organisierte Reisen des Kraft durch Freude-Programms der Nationalsozialisten der erste Ansatz für Massentourismus. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es zunächst noch schwierig, überhaupt reisen zu können. Die Zonengrenzen der alliierten Besatzungszonen waren für die Mehrheit der Bevölkerung unpassierbar. Anfang der 1950er Jahre setzte dann aber ein Anstieg der Reisetätigkeit aller Bevölkerungsschichten ein, auch weil infolge der technischen und sozialen Entwicklung die Freizeit deutlich zunahm. Für den Tourismus in der DDR siehe den Hauptartikel Tourismus in der DDR. In den 1970er Jahren bremste die Ölkrise vorübergehend den Aufschwung. Dann aber führte der allgemeine wirtschaftliche Aufschwung in Europa zum neuen Phänomen des Massentourismus. |
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