Hauskauf mit der Riester-Rente

Das Bundeskabinett hat die neuen Wohn-Riester-Regelungen beschlossen. Nachdem sich die Koalition Ende Februar in Bonn auf erste Eckpunkte verständigt hatte, liegt nun ein erster Gesetzentwurf vor. Und den werden Experten zerpflücken.

„Wohn-Riester“ sagen die meisten zur neuen Vorsorgeform, die Riester-Sparern die eigenen vier Wände schmackhaft machen soll. Korrekter wäre der Begriff „Eigenheimrente“, denn so heißt es im Gesetzentwurf. Inhalt: Wer mit einem Riester-Vertrag privat für das Alter vorsorgt, kann das angesparte Geld komplett entnehmen und es in den Bau oder Kauf einer Immobilie stecken. Gleichzeitig helfen die Riester-Zulagen, einen laufenden Immobilienkredit zu tilgen.

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Und das kann sich rechnen. Sparer, die vier Prozent ihres beitragspflichtigen Vorjahreseinkommens für die Altersvorsorge sparen, erhalten 154 Euro Grundzulage und für jedes kindergeldberechtigte Kind 185 Euro Kinderzulage. Wenn der Nachwuchs in diesem Jahr auf die Welt gekommen ist, fließen sogar 300 Euro. So erhält eine Familie mit zwei Kindern und einem Neugeborenen in diesem Jahr maximal 978 Euro. Geld, das für die Baufinanzierung oft willkommen ist.

Bürokratisches Monster oder Glücksgriff für Sparer?

Ob Wohn-Riester angenommen wird, lässt sich nicht vorhersagen. Einer Allensbach-Studie zufolge stellt die Immobilie für 58 Prozent der Deutschen die ideale Altersvorsorge dar. Das Förderkonzept, das die vor zwei Jahren gestrichene Eigenheimzulage ersetzen soll, löste bislang unterschiedliche Reaktionen aus. Dass die Bildung von Wohnungseigentum wieder gefördert werden soll, stößt bei Interessenverbänden wie Haus und Grund und dem Deutschen Mieterbund sowie den Bausparkassen auf breite Zustimmung. Allerdings ist auch Kritik zu hören. „Die Einbeziehung der Immobilien in die Altersvorsorge ist zwar richtig. Das Eigenheimrentengesetz aber ist ein bürokratisches Monster“, kritisierte der Präsident des Deutschen Mieterbundes (DMB), Franz-Georg Rips, den Beschluss des Bundeskabinetts. Auch die Versicherungswirtschaft und der Bundesverband Investment und Asset-Management sind unzufrieden. Sie fürchten, dass Bauwillige ihre Riester-Konten ausbluten lassen, um den Traum vom Haus wahr zu machen.

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