Risiko Berufsunfähigkeit günstig absichern

Risiko Berufsunfähigkeit zu werden ist groß

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung sichert gegen dauerhafte oder temporäre Arbeitsunfähigkeit ab und gleicht finanzielle Einbußen aus. Für ab 1961-Geborene ist eine private Zusatzabsicherung unerlässlich, denn 2001 hat der Gesetzgeber die gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente für Versicherte dieser Generation abgeschafft.

Viele Bürger unterschätzen das Risiko Berufsunähigeit zu werden, durch Krankheit oder Unfall. Dabei führen in 94 Prozent aller Fälle geläufige Krankheiten wie Herz-Kreislaufbeschwerden oder Wirbelsäulenleiden zu vorzeitiger Arbeitsunfähigkeit, etwa jeder Vierte wird in Deutschland vor Rentenbeginn berufsunfähig. Im Falle der Invalidität drohen extreme finanzielle Engpässe, denn die gesetzlichen Leistungen fallen gerade für jüngere Beschäftigte äußerst schmal aus.

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Wenn es um Versicherungen geht, gelten die Deutschen als eines der ausgabefreudigsten Völker weltweit. Umso erstaunlicher ist es, dass für das größte aller Risiken erst wenige Menschen vorgesorgt haben: Vier von fünf Arbeitnehmern haben nach einer Untersuchung des Marktforschungsinstituts Psychonomics keine Berufsunfähigkeitsversicherung (BUV).

Dabei ist die Arbeitskraft mit einem durchschnittlichen Ertragswert von einer Million Euro „das wertvollste Gut, das die meisten Haushalte haben“, so der Versicherungsexperte Manfred Poweleit (map-report) – und dieses Gut geht häufiger verloren, als viele Menschen wahrhaben möchten.

Denn jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland muss vor Erreichen des Rentenalters aus gesundheitlichen Gründen seinen Beruf aufgeben. Kein Wunder also, dass BUV-Policen nicht billig sind: für 1000 Euro spätere Invalidenrente im Monat müssen heute in der Regel mindestens 500 bis 600 Euro Jahresprämie gezahlt werden. Für eine doppelt so hohe Rente muss man auch ungefähr den doppelten Beitrag aufbringen.

Dennoch empfehlen Verbraucherschützer diese Absicherung: „Sie gehört zu den wichtigsten Versicherungen“, sagt Andreas Gernt von der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Denn auf die staatliche Rente für den Fall des Falles können gerade jüngere Arbeitnehmer, die nach dem 2. Januar 1961 geboren wurden, nicht mehr bauen. Sie erhalten nur noch dann, wenn sie täglich keine drei Stunden mehr arbeiten können, die volle Erwerbsminderungsrente – und auch die liegt nur bei etwa 34 Prozent des letzten Bruttoeinkommens. Wer drei bis sechs Stunden arbeiten kann, bekommt davon den halben Satz. Aber: Maßstab für die Arbeitsfähigkeit ist nicht mehr der bisherige Beruf, zumutbar ist jede beliebige Tätigkeit. Somit kann einem Akademiker ein Job als Nachtwächter zugewiesen werden.

Zwar ist es leicht nachvollziehbar, wenn Arbeitnehmer in jungen Jahren das Risiko einer Invalidität verdrängen und wegen der Kosten den Abschluss einer BUV scheuen. Tatsache ist aber, dass man sich nach einhelliger Ansicht aller Experten möglichst früh für eine Absicherung entscheiden sollte. Denn alle Anbieter setzen eine Gesundheitsprüfung voraus: Je jünger der potenzielle Kunde ist und je weniger Vorerkrankungen er hat, umso besser.

Aktuelle oder frühere Gesundheitsstörungen können dazu führen, dass man als Kunde abgelehnt wird – oder nur eine Police mit erheblichen Risikoausschlüssen erhält. „Mit einem Rückenleiden oder einer Allergie hat man schon fast keine Chance mehr auf einen Vertrag zu Normalbedingungen“, erklärt Gernt. So zeigte sich bei einer Umfrage unter Lesern des Magazins „Finanztest“, dass nur jeder vierte ältere, in der Regel kerngesunde Interessent den gewünschten Vertrag bekommen hat.

Außerdem zahlt sich Jugend bei den Prämien aus – bei einem Vertragsabschluss im 40. Lebensjahr werden schnell rund 40 Prozent mehr Jahresprämie fällig, als wenn man zehn Jahre früher eingestiegen wäre.

Neben dem Alter und dem Gesundheitszustand des Interessenten ist aber auch dessen Beruf ein wichtiges Kriterium für die Einstufung durch den Versicherer. Sie sehen zum Beispiel Ärzte, Architekten, Apotheker oder Steuerberater als so genannte „gute Risiken“, die zu vergleichsweise niedrigen Prämien eine Police erhalten. Schlechter kommen generell Menschen in körperlich anstrengenden Berufen wie etwa Krankengymnast, Maurer oder Maschinenschlosser weg.

Gerne bieten Versicherungsvertreter die BUV-Verträge in Kombination mit einem anderen Produkt wie einer Kapitallebens- oder einer Risikolebensversicherung an, weil dann die Provision höher ist. Von dem ersteren Vertragsmodell raten Verbraucherschützer allerdings strikt ab. Sie empfehlen, Sparen und Vorsorge strikt zu trennen. „In einzelnen Fällen, wenn jemand seine Kinder für den Fall seines Todes absichern möchte, kann es sich anbieten, eine Risikolebensversicherung mit Berufsunfähigkeitszusatzversicherung zu nehmen“, sagt Gernt. Generell ist er aber – wie viele seiner Kollegen – kein Freund solcher Kombiprodukte: „Man ist flexibler, wenn man die Vertragsbestandteile trennt. Wenn man zum Beispiel die Lebensversicherung kündigen muss, bleibt die BUV dann davon unberührt, es geht nicht auch dieser Schutz verloren.“ Keinen Sinn macht es nach Ansicht von Experten, aus Kostengründen nur eine sehr niedrige Rente zu wählen. Wenn später die monatliche BU-Rente unter dem Sozialhilfesatz liegt, wird die Rente aus der privaten Versicherung auf die Sozialhilfe angerechnet – man hat also praktisch nichts von den eingezahlten Beiträgen.

Daher gilt die Faustregel: Mindestens ein Drittel des heutigen Nettoeinkommens, besser aber die Hälfte davon sollte die Rente schon betragen. Sie sollte jedenfalls nach den Worten von Gernt zumindest so hoch sein, dass man daraus noch etwas Geld für die Altersvorsorge zurücklegen kann, weil spätestens mit 65 Jahren die Leistungen aus der BUV enden.

Empfehlenswert sind daher Angebote mit einer so genannten Nachversicherungsgarantie: Sie erlaubt es, in einigen Jahren, wenn das Einkommen vielleicht höhere Beiträge zulässt, die ursprünglich vereinbarte Rente nachträglich heraufzusetzen, ohne dass eine neue Gesundheitsprüfung anfällt.

Leicht gemacht wird es den Verbrauchern jedenfalls nicht, das richtige Angebot zu finden: „Die Verträge haben sehr, sehr unterschiedliche Bedingungen – auch die Tarifvarianten eines einzelnen Anbieters“, sagt Andreas Gernt. So sind nach Erkenntnissen von „Finanztest“ manche Krankheitsrisiken nicht selten vom Versicherungsschutz ausgenommen, bestimmte Gruppen wie Lehrer oder Busfahrer oft nur bis 45 oder 50 Jahre versichert – wobei die Wahrscheinlichkeit einer Berufsunfähigkeit gerade in diesem Lebensalter in vielen Jobs drastisch ansteigt.

Ein Tipp ist für Gernt aber besonders wichtig: „Bei der Gesundheitsprüfung nichts verschweigen und alle Fragen wahrheitsgemäß beantworten. Denn sonst hat man später keinen Versicherungsschutz und zahlt vergeblich.“

Quelle:www.abendblatt.de/wirtschaft/article270260/Risiko-Berufsunfaehigkeit.html

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